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Filmfinanzierung

Filmförderung

Filmförderung2018-09-20T09:53:34+00:00

Wie Filmförderung funktioniert

Was kann gefördert werden?

Kinofilme werden normalerweise immer gefördert, wobei sich die einzelnen Bereiche der Förderung je nach Vergabestelle unterscheiden können.
Segmente möglicher Förderung:

– Drehbuchentwicklung mit 30.000 bis maximal 50.000 Euro
– Projektentwicklung
– Produktionsvorbereitung
– Produktion
– Postproduktion
– Verleih- und Vertriebsförderung
– Spezielle Kurzfilme
– Videothekenförderung
– Fernsehprojekte

Zu beachten ist, dass meist staatliche Stellen über die Vergabe entscheiden. Das heißt: Sie werden erst auf Antrag tätig, es gibt normierte Verwaltungsverfahren dafür und Ausschlussfristen können relevant sein.

Filmförderungen werden generell nur als Darlehen gewährt. Für jede Förderung muss deshalb eine  Chance bestehen, das Geld zurück zu erhalten – auch wenn das nur selten der Fall ist. Die juristische Kunstfertigkeit liegt darin, die Vereinbarung so aufzubauen, dass Rückzahlungskorridore für alle Beteiligte bestehen bleiben. Den Produzenten und Koproduzenten muss klar sein, dass ab einer bestimmten Einnahmenschwelle Fördermittel zurück fließen müssen.

Grundsätzlich sind diese Förderungen mit einem regionalen Ziel verbunden. Die europäische Filmförderung möchte europäische Produktionen fördern, deutsche Förderprogramme unterstützen deutsche Filmproduzenten und die hessische Förderung bezuschusst hessische Filmprojekte.

Natürlich stammen die Fördergelder heute nicht nur aus der öffentlichen Hand. Private und öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten unterstützen Filmprojekte aus eigenen Mitteln  und Sponsoren fördern beispielsweise besondere Themen, bestimmte Filmemacher und auch den Nachwuchs.

Medienstandort

Wie attraktiv ist der Medienstandort

Ob internationale oder deutsche Kino- und Fernsehproduktionen – jedes Filmprojekt verursacht Kosten. Um das benötigte Finanzvolumen zu generieren, sind Förderungen jeder Art willkommen. Für die Vergabe dieser Mittel spielt der Standort eine entscheidende Rolle.

Um Filmproduktionen nach Deutschland oder in einzelne Bundesländer zu holen, gibt es auf Bundes- bzw. Länderebene unterschiedliche Förderungen. Das macht die Wahl des Standortes so wichtig. Einzelne Bundesländer, wie beispielsweise NRW, haben dazu ein klares Medienstandort-Profil für die Regionalförderung entwickelt.

Doch nicht nur regional und national gibt es Filmförderung. Natürlich stellen auch Frankreich, Großbritannien, Ungarn, Mazedonien etc. Fördermittel bereit.

Quellen internationaler Finanzierung

Quellen internationaler Filmfinanzierungen

Die internationalen Fördermöglichkeiten unterscheiden sich kaum von den deutschen. Koproduzenten aus dem jeweiligen Land sind häufig der Schlüssel zu diesen Finanzquellen. Vorrangige Bedingung für die Vergabe der Fördergelder ist immer, dass ein großer Anteil der Summe im Förderland investiert wird.

Die TV-Anstalten und Kinoverleiher dieser Länder fördern natürlich auch, meist aber nur bekannte Player der lokalen Szene. Eine Ausnahme machen die Filmverwerter eigentlich nur, wenn zum Beispiel eine lokale Berühmtheit im Film mitspielt. Ist etwa Monica Belucci die Hauptdarstellerin, sind Fördergelder aus verschiedenen Töpfen in Frankreich und Italien möglich. Das bedeutet dann aber auch, dass der Film, der bisher für 80.000,- Euro an diese Länder verkauft werden könnte, mit dem Star auf einen Preis von über 500.000,- Euro ansteigt.

Einige Länder arbeiten nicht mit Fördergeldern, sie setzten auf Tax-Shelter. Das heißt: Die Regierung verzichtet auf Steuereinnahmen und privilegiert die Filmproduktion so, dass ein besonderer Effekt für den Produzenten entsteht. Da der Verzicht auf Steuereinnahmen den Finanzministern selten behagt, werden solche Programme meist nur kurz aufgelegt.

Um die eigene Filmindustrie aufzubauen, zu stärken und zu etablieren, locken einige Länder mit besonderen Anreizen ausländische Produzenten ins Land. Die Kanadier haben es vorgemacht und waren damit sehr erfolgreich. Dem Beispiel folgten viele Staaten – zum Teil mit eigenen Förderprogrammen. Diese sind einem steten Wandel unterworfen. Manche dieser Maßnahmenpakete werden ganz kurzfristig ins Leben gerufen und, wenn sich nicht gleich der gewünschte Erfolg einstellt, werden sie wieder eingestellt. Ist der Erfolg aber zu groß, reagiert das Land oft auch mit Einstellung des Fördermodells, da es dann zu teuer wird.

Länderspezifische Filmförderung

Beispiele länderspezifische Förderungen

Wir können natürlich nicht auf alle Länder und Förderarten eingehen, möchten Ihnen aber dennoch einen kleinen Überblick geben. Tatsächlich begleiten wir Ihr Filmprojekt weltweit.

Belgien
Das belgische System fördert Filmproduktionen und erlaubt die Abschreibung von 150% der investierten Summe in audiovisuelle, belgische Produktionen. Das bedeutet: 150% des Tax Shelter Betrages müssen auch in Belgien ausgegeben werden. Das Programm soll tatsächlich ausländische Filmemacher anlocken. Antragsberechtigt sind allerdings nur belgische Unternehmer. Wir unterstützen Sie dabei. Mitten in Zentraleuropa wartet Belgien mit erstaunlichen Überraschungen in der staatlichen Verwaltung auf. Es gibt keinerlei Angaben dazu, wie häufig die Förderungen bereits in Anspruch genommen wurden.

Ungarn
Der Hungarian Motion Picture Act zielt auf ausländische Filmemacher. Ein Produzent aus einem anderen Land kooperiert mit einem ungarischen Produzenten und beauftragt die Dreharbeiten. Dazu muss er ein staatliches Zertifikat erwerben, dass seine Produktion in Ungarn bestätigt. Dieses Zertifikat verschafft dann einem ungarischen Finanzier Steuererleichterungen für sein Investment in die Filmproduktion. Diese Art der Finanzierung ist auch für TV-Produktionen möglich. Das klingt nach einem regen Zertifikathandel und – erlauben Sie mir den kleinen Hinweis – hat einen „Hauch von Balkan“. Es muss ein lokaler Finanzier gefunden werden und man ist nicht vor Missbrauch sicher. Es gilt besonderes Augenmerk auf die Vertragsgestaltung zu legen. Denken Sie an Vertragsstrafen, Bürgschaften, ausländische Gerichtsstände, Zug-um-Zug Übergaben etc.
Wir unterstützen Sie gerne bei der Gründung projektbezogener Gesellschaften, um die Rahmenbedingungen für Zertifikate zu erfüllen und begleiten für Sie das gesamte Handling.

Spanien
Das Land bietet ein Programm mit 18% Abschreibung für Investitionen in spanische Filme. Wer die spanische Politik etwas kennt, wartet lieber ab, bis das von einer nennenswerten Anzahl von Produzenten ausprobiert wurde.

Großbritannien
Die Engländer haben das teure Programm „Sale and Lease Back“, das 16% in die Kassen der Produzenten/Filmemacher spülte und exzessiv in Anspruch genommen wurde, nun abgeschafft. Es sollte Hollywood in Manchester entstehen lassen…
Abgelöst wird Sale and Lease Back von dem neuen und sehr komplexen System: Tax Relief. Die Voraussetzungen sind äußerst kompliziert und man kann sie fast nur mit britischen Fachanwälten umsetzen.
Der Tax-Kredit wird direkt an den Produzenten gegeben. Low Budget Filme, das sind für die Engländer Produktionen bis 40 Millionen Euro, erhalten 20%. Liegen die Produktionskosten höher, sind es nur noch 16%, ausreichend für eine Schlussfinanzierung beispielsweise. Es gibt 100% Tax Kredit und maximal 25% Cash. Bedingung für Low Budget Filme ist, dass mindestens 25% des Gesamtbudgets in Großbritannien ausgegeben werden und der Produktionsverantwortliche seinen Sitz im britischen Steuersystem hat. Die letzte Bedingung legt nahe, beispielsweise eine Schwesterfirma auf den British Virgin Islands oder der Isle of Man zu gründen.
Trotzdem lohnt es sich, das System im Auge zu behalten. Wir begleiten Sie gerne.

Irland
Ein unglaubliches Wirtschaftswachstum hat es Irland ermöglicht, ein sehr erfolgreiches Tax Shelter Programm – namens Section 481 – auf den Weg zu bringen. Leider blieben nach der Finanzkrise 2008 nur noch geringe Mittel hierfür übrig.
Um ein Zertifikat zu erhalten, braucht man einen irischen Koproduzenten, der das Zertifikat dann an irische Investoren verkauft. EU Cast & Crew müssen in Irland beschäftigt werden. Auf bis zu 80% des in Irland ausgegebenen Budgets wird Tax Allowance gewährt. Bereits 2010 wurde für 17 Filmeprojekte im Wert von 112 Millionen Euro Section 481 genutzt. 78 Millionen Euro stellte das Programm bereit.
Das System harmoniert hervorragend mit den Förderungen anderer Länder unter dem europäischen Kooperationsabkommen. Es dürfte eines der verlässlichsten in Europa sein.

Luxemburg
Auch das Luxemburger Programm für audiovisuelle Investments CIAV ist ein Tax Kredit. Es ist großzügig, leicht zu handhaben und zuverlässig. Es kann bis zu 25% des Produktionsbudgets ausmachen, das in Luxemburg ausgegeben wird und ist mit nahezu allem kombinierbar, was der Förderungs-Dschungel so hergibt. Das einzige Problem: Der Filmemacher muss im kleinen Luxemburg produzieren und braucht einen Koproduzenten. Nutzen Sie unser Netzwerk.

Malta
Ähnlich wie im kleinen Luxemburg ist es auch auf Malta. Es muss auf der winzigen Insel produziert werden und sie brauchen einen einheimischen Produzenten. Es ist erstaunlich, aber die Malteser konnten trotzdem bereits neun Projekte mit 2,2 Millionen Euro unterstützen. Bei der Frage, ob es ein Malteser-Koproduzent sein muss, reagieren sie etwas relaxter. Für ausländische Firmen gibt es Unterstützung in Form von Cash und für maltesische Firmen Tax Credits. Die Cash Grants (Finanzhilfen) können bis zu 20% ausmachen und einheimische Firmen bekommen 50% als Tax Kredit. Das Filmvorhaben muss allerdings über 81.000.- Euro liegen. Eine Chance für Low Budget Filmer, auch wenn die Reisekosten vermutlich in keinem Verhältnis stehen.

Australien
Australien ist stark im Filmgeschäft. Die sehr aktive und lebendige Filmszene nimmt nahezu alle Hilfen selbst in Anspruch. Ein ausländisches Unternehmen wird sich schwer tun, an Förderungen zu kommen. Einzelne Territorien versuchen zwar ausländische Filmproduktionen anzuziehen. Diese Aktionen sind aber meist kurzlebig. In Australien existieren zwei unterschiedliche Programme. Der Tax Kredit bzw. Tax Offset, der in fünf Jahren von siebzehn Produktionen in Anspruch genommen wurde, und der CNB BA Offset Tax Act, eine Tax Deduction, die im letzten Jahr 20 Produktionen zu Gute kam.
Australien ist aber auch noch in anderer Hinsicht für Filmemacher interessant. Es ist ein großer Absatzmarkt mit vielen interessanten Playern, erfolgreichen Weltvertrieben und Filmrechtehändlern. Auch die Completion-Bond-Versicherungen, die die Fertigstellungen der Produktionen sichern, sind hier günstiger als in den USA.

Südafrika
Es ist fast ausschließlich der deutschen Werbefilmproduktion zu verdanken, dass Südafrika heute ein echtes Filmland ist. Der Sonnenschein und das „meist gefahrlose“ Arbeiten machten es möglich. Die Werber hinterließen eine gute Infrastruktur. Traumhafte Landschaften, gut ausgebildetes Personal und erträgliche Konditionen locken die Filmemacher.

Nachwuchsförderung

Nachwuchsförderung

Bereits im November 2006 führte die Filmstiftung ein neues Modell zur Nachwuchsförderung ein. Mit insgesamt 1,5 Millionen Euro im Jahr werden Newcomer-Filme von Absolventen und Studenten – über andere Förderprogramme hinaus- unterstützt.

2007 stand die Förderung von 25 Filmprojekten mit insgesamt ca. 11,2 Millionen Euro auf dem Plan der Filmstiftung. Heinrich Breloer erhielt 2,2 Millionen Euro für sein neuestes Thomas-Mann-Projekt, eine Verfilmung für Kino und Fernsehen: „Die Buddenbrooks“. Etwa 2,5 Millionen Euro flossen in Max Färberböcks „Anonyma“ – eine deutsch-russische Koproduktion über die Erinnerungen einer Namenlosen, 1945 in Berlin. Auch Produktionen der renommierten Filmemacher Dominik Graf und Oskar Roehler zählten im 2007 zu den Geförderten.

Neben der klassischen Fördergeldvergabe gibt es in verschiedenen Bundesländern bedingt rückzahlbare Darlehen und Zwischenfinanzierungsmodelle der Banken. So fördert etwa die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) in Kooperation mit der Investitionsbank Berlin (IBB) Filmproduktionsunternehmen mit 10 Millionen Euro pro Jahr.

Da häufig erst nach Fertigstellung der Produktion Geld aus Vorabverkäufen bestimmter Rechte eingeht, decken diese Darlehen den Zwischenfinanzierungsbedarf. Einen Antrag auf Förderung können Produktionsunternehmen stellen, die ihren Sitz in Brandenburg oder Berlin haben oder nachweislich einen wesentlichen Teil des Projekts in Berlin-Brandenburg realisieren werden.

In Hessen vergibt die Investitionsbank Hessen (IBH) im Auftrag des Landes ebenfalls Zwischenkredite zur Finanzierung von Filmprojekten für Kino und Fernsehen. Unterstützt werden hauptsächlich kleine und mittlere Filmproduktionsgesellschaften. Was natürlich nicht heißen soll, dass der geplante Film ein Kleinprojekt sein muss. Die IBH verlangt allerdings, dass die Fördersumme zu 100 % in Hessen investiert wird.

Filmföderfonds

Filmförderfonds

Um einen „Anreiz zur Stärkung der Filmproduktion in Deutschland“ zu ermöglichen, wurden bereits zum 1. Januar 2007 der neue deutsche Filmförderfonds (BKM-Fonds) ins Leben gerufen. Er soll den Produktionsstandort Deutschland attraktiver machen, aber auch die Stellung des Films als Kulturgut festigen. Bereits 2009 wurden dafür 60 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Gefördert werden Kinofilme – Spiel-, Dokumentar- oder Animationsfilme, die einen speziellen Eigenschaftstest bestehen.
Der BKM Fonds bietet eine reine Schlussfinanzierung für die Hersteller. Erst wenn 75 % der Finanzierung gesichert sind, kann eine Förderung aus dem
BKM-Fonds beantragt werden. Diese beträgt maximal 20 % der Produktionskosten, wobei bestimmte Kostenstellen nicht angerechnet werden. Weitere Voraussetzung ist, dass der Antragsteller seinen Sitz oder eine Niederlassung in Deutschland hat. Gefördert werden nur Projekte, die mindestens 25 % der Fördersumme in Deutschland investieren, aber es handelt sich um einen sogenannten „verlorenen Zuschuss“. Aus Sicht des Produzenten ist das „Geschenktes Geld“

Zuständig für die Durchführung ist die FFA. Diese bleibt daneben auch zuständig für die Referenz- bzw. Projektförderung nach dem Filmförderungsgesetz (FFG). Die Mittel stammen u.a. aus Abgaben auf Einnahmen an der Kinokasse und aus dem Handel mit DVD/Video.

Hedgetfonds

Private Equity und Hedgefonds

Was in den USA und im asiatischen Raum längst gang und gäbe ist, kommt neu nach Europa. Private-Equity und Hedgefonds suchen ihren Weg in die europäische Filmfinanzierung.

Im Oktober 2006 startete der erste britische Hedgefonds – der „Aramid Entertainment Fund“ – zur Finanzierung von Filmprojekten. Er sollte sich nicht direkt beteiligen, sondern Zwischen- und Überbrückungs-Kredite gewähren und die Steuervorteile britischer Filmproduzenten vorfinanzieren.

Natürlich ist das Risiko solcher Investments hoch. Auch Filme mit hohem Budget und Staraufgebot können floppen und die Finanzierungshilfen des Fonds mühelos vernichten. Hat der Film aber Erfolg, ist das Geschäft äußerst lukrativ. Die Fondsmanager von „Aramid“ rechnen beispielsweise mit Jahresrenditen von rund 20%.Diese Renditeaussichten machen das Filmgeschäft für Hedgefonds attraktiv und die Branche hat eine weitere, wenn auch sehr anspruchsvolle Finanzierungsquelle.

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Die Einhorn Movie Consulting GmbH stellt auch Eigenkapital und Hybrid Kapital neben dem klassischen Fremdkapital zu Verfügung.
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